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1875 – 1921: Kriegsjahre und Neuorientierung

 

Während des ersten Weltkrieges war ein großer Teil der Sänger eingezogen, doch trotz der Lücken, die dieser Krieg hinterließ, wurde die Chorarbeit im Jahre 1919 wieder aufgenommen. Den Vorsitz des Vereins übernahm wieder Jakob Becker, der dieses Amt seit dem Jahre 1905 innehatte. Im Jahr 1921 waren die Sänger mit ihrem Dirigenten, Herrn Heller, unzufrieden. Dies führte zu Bestrebungen, den Verein zu spalten und einen weiteren Verein zu gründen. Nach den Aufzeichnungen waren diese Spannungen schon viel früher vorhanden. Aus dem Protokollbuch kann man entnehmen, dass bereits am 14. August 1911 eine Versammlung stattfand, die ausschließlich das Verhältnis der Sänger zum Chorleiter, der – wie es dort heißt – den Kirchengesang leitet, zum Gegenstand hatte. Herr Keller – so ist dort aufgeführt – hetze gegen den Verein und versuche ihn zu sprengen. Dieser seit Jahren schwelende Unmut kam offensichtlich nun zum Ausbruch. Im Gasthaus „Zum Hirsch“ fand die entscheidende Mitgliederversammlung statt, bei der mit einer Dreiviertelmehrheit die Trennung beschlossen wurde. Die ausscheidenden Mitglieder gründeten den Pfarrcäcilien-Verein, der sich dem Kirchengesang zuwandte. Der Männer-Gesang-Verein widmete sich nun ausschließlich dem weltlichen Gesang. In dieser Zeit wurde auch mehrmals das Vereinslokal gewechselt. Die Versammlungen fanden abwechselnd in den Gasthäusern „Zur Krone“ und „Zum Hirsch“ statt. Ab dem Jahr 1921 hatte der Verein dann das Gasthaus „Zur Krone“ als Vereinslokal.

Dieses denkwürdige Jahr 1921 brachte mit seiner Zerstrittenheit nach Jahren einen Neuanfang, denn sowohl in der Vereinsführung als natürlich auch in der Chorleitung trat ein Wechsel ein. Doch unter der Stabführung des Dirigenten Herrn Reiff kam der Chor sehr schnell zu neuen Erfolgen. Als neuer Vorsitzender wurde Herr Ludwig Vogel gewählt. Sein uneigennütziger Einsatz und seine Zielstrebigkeit führten den Verein aus der Talsohle und machten ihn zu einem Kulturträger in Hanhofen, dem es gelungen ist, mit Erfolg für den Chorgesang und das Volkslied zu werben.

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